Die Retro-Abteilung in The Problemist, bisher geleitet von Mark Thornton, wird nun übernommen von Richard Dunn (richardjdunn2(at)gmail.com), der bisher schon für die Lösungsbesprechungen verantwortlich zeichnete.
Archiv der Kategorie: Allgemein
Hans Gruber: Neue Mail-Adresse
Im August ändert sich die Mail-Adresse von Hans Gruber. Wenn ihr ihm also z.B. Urdrucke für feenschach schicken wollt, solltet ihr ab sofort nur noch folgende Adresse verwenden, die auch jetzt schon erreichbar ist:
hans.gruber(at)ur.de
Retros im FIDE-Album 2013-2015
Heute sind die Ergebnisse der Retro-Auswahl für das FIDE-Album 2013-2015 veröffentlicht worden. Von 339 eingesandten Aufgaben erzielten 301 (88,8%) mindestens 4,5 Punkte, und von denen kamen 27,5%, nämlich 83 Aufgaben ins Album — das zeigt die hohe Qualität der eingesandten Aufgaben.
Autor mit den meisten Aufgaben im Album ist Sivio Baier, gefolgt von Michel Caillaud und Andrej Frolkin mit 13, 12 bzw. 11 Aufgaben. Die meisten Punkte erhielt Michel, gefolgt von Silvio und Andrej mit 12, 11 bzw. 7,83 Punkten.
Auswahlen
Die großen Turniere wie das WCCT und auch die FIDE-Alben erfordern immer eine Menge vorbereitende und begleitende Arbeit. Ein paar solcher Arbeiten konnte ich gerade abschließen.
Das “deutsche Team” (Silvio Baier, Michael Barth, Bernd Gräfrath und ich) haben unsere Bewertung der Retros für das 10. WCCT (bekanntlich war hier erstmals eine Retroabteilung ausgeschrieben) abgeschlossen und an Teamchef Torsten Linß geschickt. Mir hat das gemeinsame Richten, der austausch über die Probleme wieder sehr viel Spaß gemacht — herzlichen Dank an die Teamkollegen!
Beim FIDE-Album 2013-2015 sind die Richter Dmitrij Baibikov, Nicolas Dupont und Andrej Frolkin mit Ihrer Auswahl ebenfalls fertig. In den kommenden Tagen werde ich das Ergebnis aufbereiten und an die Album-Macher verschicken können. Ich kann jetzt schon sagen: Das ist eine klasse Auswahl großartiger Aufgaben geworden! Auch hier dem Richterteam (bei dem ich einspringen musste bei Aufgaben der Richter, bei einigen benötigten wir auch noch Bernd Gräfrath als Zusatzrichter bei Richter-Gemeinschaftsaufgaben) mein ganz herzlicher Dank für die großartige, effiziente und harmonische Arbeit!
Liste der Album-Punkte
Beim letzten WCCC war beschlossen worden, regelmäßig eine aktuelle Liste der Album-Punkte herauszugeben und auf der WFCC-Seite zu veröffentlichen.Dort kann sie nun als PDF-Datei angeschaut bzw. herunter geladen werden.
Raymond Smullyan
Am 6. Februar ist Raymond Smullyan im Alter von 97 Jahren (* 25. Mai 1919) verstorben. Raymond war ein sehr vielseitiger Mensch: Mathematiker und Logiker (er promovierte bei Alonzo Church), Konzertpianist, Philosoph und Zauberer.
Viele von uns hat er verzaubert und vielleicht gar zur Retroanalyse gebracht durch seine beiden Bücher “Die Schachgeheimnisse des Kalifen” und “Schach mit Sherlock Holmes”; beide sind nur noch antiquarisch zu bekommen.
In ihnen stellt er, eingekleidet in Orient- bzw. Detektiv-Geschichten, retroanalytische Probleme vor, die teilweise mit verschiedenen Bedingungen und Angaben zur Geschichte der Stellung verbunden sind. Gerade durch ihre Aufbereitung in Geschichten-Form und dadurch, dass die Aufgaben teilweise nicht allzu schwer zu lösen sind, haben sie viele Leser für die Retroanalyse interessiert.
Zum Gedenken an ihn eine seiner nicht so schweren Aufgaben zum Selbstlösen “für Zwischendurch”:
Schach mit Sherlock Holmes, 1979
Befinden sich Umwandlungsfiguren auf dem Brett? (15+14)
Neuer Längenrekord!
Das heute erschienene Schwalbe-Februarheft wartet mit einer Sensation auf:
Andrej Frolkin und Werner Keym haben den Längenrekord eindeutiger Beweispartien verbessert!!
Sie haben dabei das Schema des bisherigen Rekords, der bei 57,5 Zügen stand (siehe PDB P0000136), genommen, und den beiden ist es in etwa achtmonatiger intensiver Arbeit gelungen, zwei weitere Halbzüge herauszukitzeln, womit sie den Rekord auf 58,5 Züge erhöhen!
Um mit Oliver Kahn zu sprechen: “Hier ist das Ding!”
Die Schwalbe 2017
Beweispartie in 58,5 Zügen (14+14)
In dem Schwalbe-Artikel erläutert Werner Keym die Lösung ausführlich; hier will ich sie unkommentiert wiedergeben in der Hoffnung, dass ihr euch ein wenig damit beschäftigt, um die Motivation einzelner Manöver herauszufinden. Die Autoren bitten übrigens darum, die Aufgabe intensiv zu prüfen!
1.a4 h5 2.a5 h4 3.a6 h3 4.axb7 hxg2 5.h4 d5 6.h5 d4 7.h6 d3 8.h7 dxc2 9.d4 a5 10.Lh6 c1=T 11.e4 Tc5 12.Se2 Th5 13.e5 c5 14.e6 Sc6 15.b8=T a4 16.Tb4 a3 17.Ta4 c4 18.b4 c3 19.b5 c2 20.b6 c1=T 21.b7 Tc4 22.b8=T Da5+ 23.T8b4 Lb7 24.Sbc3 O-O-O 25.exf7 e5 26.Tc1 Lc5 27.f8=T a2 28.Tf3 a1=T 29.Sa2 g1=D 30.Tfa3 Dg6 31.f4 De8 32.f5 g5 33.f6 g4 34.f7 g3 35.f8=T g2 36.Tf5 g1=T 37.Lf8 Tg7 38.Sg3 e4 39.Ld3 e3 40.O-O e2 41.T1c3 e1=T 42.Lc2 Te3 43.d5 T8d7 44.d6 Tdf7 45.d7+ Kb8 46.Dd6+ Ka8 47.Dc7 Sge7 48.d8=T+ Sc8 49.Td7 Thg8 50.h8=T Tae1 51.Th6 T1e2 52.T1f2 Tce4 53.Kf1 Ld4 54.Tfc5 Se5 55.Thb6 Sd6 56.Sf5 Sdc4 57.Sd6 Sb2 58.T3c4 Sf3 59.Db8+.
Wer nun die Geschichte der Beweispartie-Längenrekorde ein wenig nachverfolgen möchte, den lade ich zu einer Tour durch die PDB ein:
Es begann 1913 mit Thomas R. Dawson und 15,0 Zügen (P0002274), wobei er anmerkte “I expect this task to go much further.” — er sollte Recht behalten!
Nach dem 2. Weltkrieg beschäftigte sich Karl Fabel intensiv mit dem Längenrekord, und er fand ein sehr ergiebiges Schema und damit 1947 einen neuen Rekord von 41,5 Zügen (P0001427); dieses Schema haben dann Michel Caillaud 1982 auf 47,0 Züge (P0002337) und fünf Jahre später Karl-Heinz Bachmann auf 48,0 Züge (P0002277) gesteigert. Dann folgte 1989 der schon erwähnte Riesensprung auf 57,5 Züge, der nun 28 Jahre später um einen weiteren Zug überboten wurde.
Meine Frage nicht nur an Andrej und Werner: Haltet ihr 60 Züge für möglich? (Man wird doch noch träumen dürfen…)
Nachtrag 11.02.2017: Der vollständige Artikel zu dieser Aufgabe ist nun im Internet auf der Schwalbe-Seite (unter “Leseproben aus der Schwalbe”) aufrufbar.
Retro der Woche 06/2017
Heute vor drei Jahren ist Wolfgang Dittmann verstorben. Als Komponist ist er besonders durch seine Verteidigungsrückzüger berühmt gewesen, aber seine heimliche Liebe galt auch den Illegal Clustern: Bei denen müssen bekanntlich die angegebenen Steine ins Diagramm eingefügt werden, sodass die Stellung illegal ist, durch Entfernung eines beliebigen Steins (außer den Königen natürlich!) aber eine legale Stellung entsteht.
Karl-Fabel-Gedenkturnier 1976, Lob
Ergänze kdllbb zu einem Illegal Cluster (4+4)
Wolfgang hatte sich bei seinen Illegal Clustern immer bemüht, nicht so sehr den Rätselcharakter dieses Aufgabentyps zu betonen, sondern auch problemschachlichen, retroanalytischen Inhalt zu zeigen – so wie in dem Stück, das ich im Retro der Woche 07/2014 vorgestellt hatte, so wie auch im heutigen Stück.
Eine häufige Idee bei Illegal Clustern ist, eine Retropatt-Stellung aufzubauen, in der eine Seite keine Züge mehr hat, aber durch Entfernung irgendeines Steines solch ein letzter Zug zur Verfügung steht.