bernd ellinghoven

Heute Nachmittag erhielt ich die erschütternde Nachricht, dass bernd ellinghoven in der letzten Nacht, knapp drei Monate nach seinem 70. Geburtstag, verstorben ist.

Wir alle wussten um seinen schlechten Gesundheitszustand, aber in den letzten Wochen hatte ich gehofft, dass bernd –auch wegen seiner wieder intensiveren Beschäftigung mit Problemschach, mit seinem feenschach — wieder neuen Lebensmut gewonnen hätte, und das hatte mich eigentlich ein wenig optimistisch für die Zukunft gemacht.

bernd hat vor 30 Jahren, nach dem Tod von Peter Kniest, seinem Lehrmeister, die Herausgabe von feenschach übernommen, die Zeitschrift zu einer einmaligen Quelle für alle Märchenschachfreunde weiterentwickelt — weit über Circe und Nachtreiter hinaus zu einer Kulturzeitschrift. Die Veröffentlichung der letzten Hefte hatte sich auch wegen bernds Erkrankung deutlich verzögert, nun aber sind sie kurz davor, fertig zu werden.

bernd hat Problemschach gelebt wie kaum ein anderer: Wie erwähnt 30 Jahre lang feenschach-Herausgeber, ähnlich lange deutscher Delegierter bei der Welt-Problemschach-Kommission, die ihn deshalb in diesem Jahr zum Ehrenmitglied der Kommission ernannt hat, ebenso lange damit Vorstandsmitglied der Schwalbe, Jahrzehnte langer Drucker und Versender für die Schwalbe und viele andere Schachzeitungen — dafür wurde er nicht nur von der WFCC geehrt, er war Herausgeber einer grandiosen Problemschach-Bücherserie (Edition FEE=NIX), er war wegen seiner riesigen Verdienste um das Problemschach schon lange Ehrenmitglied der Schwalbe und der BPCS, erhielt anlässlich seines 70. Geburtstags die silberne Ehrennadel des Deutschen Schachbundes.

bernd wird für alle, die ihn kannten, die seine Liebe für das Problemschach teilten, unvergessen, unersetzlich bleiben!

Retro der Woche 46/2023

Von Alexander Zolotarew habe ich hier schon drei seiner Auflöse-Retros vorgestellt: Nutzt einfach die Suchfunktion hier auf der Seite, um sie (noch einmal?) anzuschauen! Die Aufgabe, die ich für heute ausgesucht habe, ist nun schon 25 Jahre alt — sie erhielt im Informalturnier der Schwalbe 1998 die vierte ehrende Erwähnung.

Alexander Zolotarew
Die Schwalbe 1998, 4. ehrende Erwähnung
Matt in einem Zug. Wer? (14+14)

 

Schauen wir uns zunächst einmal an, was auf dem Brett fehlt? Bei Weiß sind das ein Springer und einer der Bauern auf dem Königsflügel, und bei Schwarz sind es [Ba7] und [Bb7]. Keiner von denen kann direkt auf f3 geschlagen worden sein, also musste sich zumindest einer dieser Bauern umgewandelt haben, um sich dann entweder selbst auf f3 schlagen zu lassen oder das dortige Schlagopfer zu ersetzen.

Da der weiße Bauer auf a7 nicht zweimal geschlagen haben kann, muss durch Schwarz bxa erfolgt sein, um dann umzuwandeln. Schwarz muss ja auch noch den fehlenden weißen Bauern vom Königsflügel entschlagen, sodass im Westen keine zwei Schlagfälle möglich sind. Damit muss [Ba7] auf der a-Linie entschlagen werden.

Nun wollen wir die beiden Käfige im Nordosten und im Südosten des Bretts näher betrachten.

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Vormerken: 66. WCCC in Jūrmala

Beim Online WFCC Treffen am 8. November wurde über den Austragungsort des kommenden 66. WCCC (und damit auch des 47. WCSC) entschieden: Mit 72% der Stimmen setzte sich Jūrmala (an der lettischen Ostseeküste am Rigaischen Meerbusen gelegen) gegen Rhodos und Rio de Janeiro durch: Julia Vysotska wird es vom 27.7. bis zum 3.8.2024 ausrichten; die offizielle Einladung kommt bald, auf die werde ich hier noch hinweisen.

Vielleicht erinnern sich einige noch? Bereits das 51. WCCC fand 2008 dort statt und ist dem deutschen Löserteam beim 32. WCSC sicher noch in bester Erinnerung: Boris Tummes gewann das Open, Deutschland belegte in der WCSC Mannschaftswertung Platz zwei, und Michael Pfannkuche belegte in der Einzelwertung Platz drei.

Silvio Baier 45

Schon lange habe ich keinem so jungen Retrofreund zum runden Geburtstag gratulieren können wie Silvio Baier, der heute seinen 45. Geburtstag feiert. Und in den jungen Jahren hat er schon viele bedeutende Erfolge gefeiert: Amtierender Kompositions-Doppelweltmeister, 1., 3.-4. und 6.-8. Platz beim letzten WCCT, womit er allein Deutschland auf Platz 1 der Retro-Länderwertung katapultiert. In Anerkennung dieser Erfolge hat ihm der Deutsche Schachbund die goldene Ehrenplakette verliehen. Und vergessen wir nicht: Lange Jahre hat er der Schwalbe auch als höchst kundiger Sachbearbeiter für Hilfsmatts zur Verfügung gestanden.

Lieber Silvio, zum runden Geburtstag meine herzlichen Glückwünsche; alles Gute für dein neues Lebensjahr, weiterhin so viel Erfolg mit deinen großartigen Beweispartien!

Hoch komplex, entsprechend lang sind sie meist; für zwischendurch zum Mitfeiern habe ich für euch eine recht kurze herausgesucht; Silvio hat sie in einer Themen-Serie komponiert, als er noch keine 30 Jahre alt war.

Silvio Baier
Die Schwalbe 2008
Beweispartie in 10,5 Zügen (15+16)

 

Die Lösung gibt es wie immer in etwa einer Woche hier!

 

 

Und hier ist sie nun, nach dem Tipp von Henrik Juel im Kommentar auch sicher nicht mehr schwer zu finden?!

Lösung


Retro der Woche 45/2023

Vor vier Wochen habe ich den zweiten Preis beim Champagne-Turnier 2023 aus der argentinischen Werkstatt Osorio/Lois vorgestellt. Heute möchte ich euch den zweiten Preis aus dem StrateGems Informalturnier 2005 zeigen — wieder von diesem Duo. Den ersten Preis in diesem Turnier könnt ihr euch als Retro der Woche 18/2021 noch einmal anschauen.

Jorge J. Lois & Roberto Osorio
StrateGems 2005, 2. Preis
Beweispartie in 21 Zügen (14+14)

 

Bei Weiß fehlen zwei Bauern, bei Schwarz das Läuferpaar; [Lc8] wurde also offensichtlich auf b3 geschlagen. Was ist mit dem anderen weißen Schlag? Der kann nicht dxc3 gewesen sein: Dann hätte sich [Bc2] zwar auf c6 opfern können, aber Schwarz bleibt (sowieso) kein Schlag des [Be2], aber auch der kann nicht mehr geschlagen haben, um sich umzuwandeln.

Also stamm Bc3 von c2, und [Bd2] sowie [Be2] haben sich auf d8 umwandeln müsse. Dabei hat [Be2] also [Lf8] geschlagen — auf e6 oder auf e4.

Und was können wir aus dem Zählen der schwarzen Züge ableiten?
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Andernach-Treffen 9.-12. Mai 2024

Zum 48. Male (ohne die erzwungenen Corona-Pausen 2020 und 2021 wäre es das 50. Mal) treffen sich am Himmelfahrtswochenende die Märchenschachfreunde in Andernach; das ist im kommenden Jahr also vom 9. bis zum 12. Mai. Und natürlich sind auch “Ortho-Problemisten” herzlich willkommen!

Wie im letzten Jahr findet das Treffen im Andernacher Parkhotel am Schänzchen statt, und für uns Problemisten ist bis zum 31. Januar 2024 unter dem Stichwort “feenschach” ein Zimmerkontingent reserviert.

Nähere Einzelheiten zur Organisation und den Kosten findet ihr auf der Einladung, die auf der feenschach-Seite für euch bereit steht.

32 Treffen der sächsischen Problemschachfreunde

Das virtuelle “Kalender-Schachbrett” wird nun halb voll: Die sächsischen Problemschachfreunde fahren am Wochenende vom 12. bis zum 14. April 2024 ins Landhotel „Zur Kutsche“, An der Hauptstraße 28, 09600 Oberschöna zu ihrem 32. wiederum privat — in diesem Jahr von Michael Barth — organisierten Treffen. Wie stets sind auch Nicht-Sachsen eingeladen, wie stets kann das Wochenende ideal mit ein paar Urlaubstragen verbunden werden.

Detaillierte und aktuell gehaltene Informationen über Programm, Unterkunft, Anmeldung, Anreise usw. findet ihr auf Michaels Webseite.

Retro der Woche 44/2023

Mein Retro-Entscheid für PHÉNIX 2020 ist schon etwas speziell: Mit einer speziellen Auszeichnung habe ich einen heftfüllenden Aufsatz von Thierry Le Gleuher zum Thema Ortho-Rekonstruktion (eine Art “Retro-Dissertation”) bedacht; der erste (reguläre) Preis ging an ein wie ich finde höchst interessantes Rebus-Problem der beiden Spezialisten für diese Forderung.

Andrej Frolkin & Jeff Coakley
PHÉNIX 2020, 1. Preis
Jeder Buchstabe repräsentiert eine Figurenart (beliebiger Farbe). Bestimme die Stellung. Letzter Zug? (28)

 

Die Lösungsangabe orientiert sich an einer Darstellung von Hans Gruber, und dieses mal gebe ich den Tipp, bereits den Klick auf das “Weiterlesen” zu lassen, wenn ihr selbst lösen wollt. Anschließend könnt ihr dann unter “Lösung” die Ergebnis-Stellung bestaunen!

Nur R kommt genau zweimal vor, also: R=König.

A kann wegen der Schachgebotsstruktur weder Dame noch Turm noch Läufer sein — noch Bauer wegen der 8.Reihe; also: A=Springer.

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